Der HCW blickt auf ein erfolgreiches Jahreskonzert zurück

 

Die Herbstsoiree des HCW, die bekanntlich alle zwei Jahre im Wechsel mit der Herbstrevue stattfindet, war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Vor jeweils ausverkauftem Haus durfte unser Erstes Orchester am 18. und 19.11.2023 gleich zwei Mal seine Stücke zum Besten geben.

Eröffnet wurden die Konzerte von unserem Ensemble bestehend aus sechs Orchesterspielerinnen. Sie boten das Stück „Up is Down“ aus dem Film „Fluch der Karibik“ dar, welches durch seine eingängige Melodie echten Ohrwurm-Charakter hat. Mit seinen vielen zusätzlichen Proben hat das Ensemble einen wesentlichen Beitrag zu den schönen Konzertabenden beigetragen!

Das nächste Highlight wartete bereits hinter dem Altarraum in der Alten St. Martinskirche, wo die Herbstsoiree stattfand. Der diesjährige Gast war nämlich der Karlsruher Kammerchor des Helmholtz-Gymnasiums, Preisträger mehrerer Chorwettbewerbe. Es hat sehr viel Spaß gemacht, dem Chor bestehend aus Oberstufenschülern des Gymnasiums bei ihren geistlichen und zeitgenössischen Liedern aus verschiedenen Kulturen sowohl zuzuhören als auch zuzuschauen – die Freude der Sänger hat sich ausnahmslos auf das Publikum übertragen!

Nach einer kurzen Pause füllte dann endlich das Erste Orchester unter der Leitung des langjährigen Dirigenten Frieder Händel den Bühnenraum. Mit großer Freude, wieder vor Publikum spielen zu dürfen, eröffnete das Orchester den zweiten Konzertteil mit dem Rockklassiker „Stairway to Heaven“ von J. Page und R. Plant. Anschließend klang der Filmtitel „Arthurs Theme“ von C. Cross und P. Allen aus dem Film „Arthur – Kein Kind von Traurigkeit“ durch die Kirchenmauern. Dem folgte der Coldplay-Hit „Viva la Vida“ (G. Berryman) – spätestens hier war klar: das Programm ist sehr abwechslungsreich gestaltet und jeder Musikgeschmack wird bedient! Daran schloss sich die Rockballade „Hard to say I´m sorry“ von D. Foster und P. Cetera an. Hier konnte man, wie Moderator Dieter Freier wertschätzend ankündigte, unseren Solisten lauschen. Das Finale des Abends bildete die „Star Trek Suite“ von M. Giacchino – wieder aus der Kategorie Filmmusik. Dem jubelnden Applaus konnte das Orchester natürlich nicht widerstehen, sodass die Zugabe „Bella Ciao“ sowohl das Publikum als auch das Orchester noch einmal belohnte.

Der HCW freut sich schon, bei der Herbstrevue 2024 in der Mehrzweckhalle Weiher wieder auf solch ein begeistertes und motivierendes Publikum zu treffen, hierzu schon jetzt eine herzliche Einladung. (CS)

 

(Bilder von Kathrin Fischer und Celina Stassen)

 

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Konzert des Akkordeonorchesters 1936 Wiesental in der Friedenskirche präsentiert große Klangfülle

 

Das Gewitter über Waghäusel ist am späten Sonntagnachmittag zur Unzeit gekommen. Der Regen verhinderte wohl ein größeres Interesse am Konzert des Akkordeonorchesters 1936 Wiesental in der Waghäuseler Friedenskirche. Die Musikfreunde aber, die trotz des Unwetters gekommen waren, wurden durch den Genuss musikalischer Leckerbissen entschädigt.

Zum Abschluss einer kleinen Serie von Kirchenkonzerten mit Stationen in Dielheim und Bammental zeigte das 15köpfige Orchester unter der Leitung von Thomas Zimmermann die ganze Vielfalt der Akkordeonmusik. Gebildet wurde das Ensemble aus zehn Musikerinnen und fünf Musikern der Akkordeonvereine aus Wiesental und Bammental sowie der Heidelberger Harmonika-Freunde.

Die Musikerinnen und Musiker eröffneten das Programm in der Friedenskirche mit der Irischen Suite von Màtyàs Seiber. Das Opus in vier Sätzen offenbarte die ganze Klangfülle der Handzuginstrumente, deren Protagonisten längst den Schatten purer Volksmusik verlassen haben und 90 Minuten lang beste konzertante Unterhaltung geboten haben. Unterstützt wurden die Akkordeonisten von einem Schlagzeuger, Bassisten und Keyboarder.

Das Zusammenspiel aller Instrumente gipfelte in einer musikalischen Urgewalt, die fein abgestimmt Geschichten beschrieb und Phantasien anregte. Wie bei der Ouvertüre „Alcácar“ des niederländischen Komponisten Kees Vlak, der unter dem Pseudonym Llano bekannt ist. Inspiriert von einem Besuch in Sevilla hatte er die andalusische Lebensfreude in den schnellen Passagen durch den Flamenco, das Stampfen mit den Haken sowie den Klang der Kastagnetten eingefangen.

Ebenso meisterhaft intoniert wurde von dem Akkordeon-Ensemble „Gabriella’s Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ von Stefan Nilsson sowie die von Fritz Dobler arrangierte „Peer Gynt Suite“ von Edvard Grieg in vier Sätzen. Mit der „Rhapsodia Andalusia“ von Adolf Götz wurden die Besucher in die spanische Stadt Granada mit der mächtigen Stadtburg Alhambra entführt.
Vor der fast schon obligatorischen Zugabe sorgten der Tango-Komponist Astor Piazzolla mit „Libertango“ so wie Philipp Sparke mit „A Klezmer Karnival“ mit einer Mischung aus Fröhlichkeit
und Melancholie für das Finale eines ebenso abwechslungsreichen wie stimmungsvollen Konzerts.

 

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Pop ­Melodien überzeugen die Zuhörer

Beherzt in die Tasten gegriffen: Konzert der Harmonikafreunde Helmsheim in der Melanchtonkirche

Vieles – oder besser gesagt: alles – richtig macht man bei den Harmonikafreunden Helmsheim in puncto musikalische Nachwuchsarbeit. Wo zunehmend mehr musiktreibende Vereine fehlenden
Nachwuchs beklagen oder mit allenfalls noch einer Handvoll Musikschülern versuchen, mehr oder weniger mühsam einen Klangkörper aufzubauen, weist der umtriebige Akkordeonverein im Bruchsaler Stadtteil Helmsheim ein 19­köpfi­ges Jugendorchester auf – somit größer als manches Erwachsenen­Akkordeonorchester anderer Vereine. Und „Verstärkung“ durch erwachsene Mitmusiker ist hier auch nicht nötig, selbst „Ergänzungsstimmen“ wie Klavier oder Schlagzeug sind selbstredend mit Jugendspielern besetzt.

Unter dem bewährten, gleichermaßen schlichten wie effektiven Dirigat Steffen Hubers wartete das Orchester mit einem eigenständigen Klangbild auf und flutete die evangelische Melanchthonkirche in Helmsheim geradezu mit Akkordeonklängen vor allem aus dem Pop­Bereich. Neben ruhigen Balladen wie Bette Midlers „The Rose“ und Robby Williams‘ „She’s The One“ sorgten, neben weiteren Titeln, vor allem ein vierteiliges Gospel­Potpourri, etwa mit „Kumbayah“ oder „Go Down Moses“, sowie das von Orchestermitglied Tobias Kraski selbst arrangierte, vorwärtstreibend gespielte „Viva La Vida“ der Gruppe Coldplay für viel Beifall, dem zum Dank noch zwei Zugaben gewährt wurden.

Doch nicht nur Spannung im Ton und ein selbstbewusstes Lautstärkeniveau boten die jungen Leute, sondern sie agierten auch spieltechnisch sehr sicher (was ja bei Jugendorchestern nicht im-
mer selbstverständlich ist). Nach diesem gelungenen ersten Konzertteil setzte dann das erste Orchester des Vereins, das seit mittlerweile einigen Jahren unter der Leitung des jungen, unter anderem auch in Trossingen am Hohner­Konservatorium ausgebildeten Akkordeonisten Jens Rützler steht, weitere und ebenso prägnante musikalische Akzente.

Zu einem guten Akkordeonorchesterkonzert gehört immer auch Originalliteratur für ebendiesen Klangkörper – hier hatte Rützler das relativ neue Werk „Contrasti“ des in der Szene bekannten Komponisten Ronny Fugmann ausgewählt. Titelgerecht setzten die Musikerinnen und Musiker konzentriert und technisch präzise die vielfältigen Klangcharaktere dieses Werkes um, vom emp-
findsam zurückgenommenen Moment bis zur großen Melodienseligkeit wurde alles stimmig dargeboten.

Klassische Anklänge im poppigen Gewand folgten mit dem von Gottfried Hummel arrangierten Potpourri „Zauberflöte in Rhythm“ über bekannte Melodien aus Mozarts gleichnamiger Oper. Nach einem ruhigen „Sound of Silence“ von Paul Simon, in einem derzeit recht beliebten Akkordeon­Arrangement von HG Kölz, bot eine Abfolge verschiedener Musical­Melodien der Sherman­Brüder
– etwa „Mary Poppins“ oder „Das Dschungelbuch“ – sowie, als Zugabe, „I Will Follow Him“ aus dem Film „Sister Act“, den gehörigen Schwung zum Konzertausklang, der mit vom Publikum ste-
hend dargebrachtem Beifall in der vollbesetzten Kirche belohnt wurde.

Daniel Hennigs

 

 

 

Große Gesten und zarte Momente

Kirchenkonzert der Accordeonfreunde Kraichgau in Oberderdingen

Zuletzt 2020 – bereits im Angesicht der Corona-Pandemie – veranstalteten die in Kraichtal-Gochsheim ansässigen Accordeonfreunde Kraichgau (AFK) ein Kirchenkonzert.

Nach dem erfolgreichen Filmmusikabend im vergangenen Sommer hatte man sich nun erneut zu einem Kirchenkonzert entschlossen, diesmal jedoch in der Nachbargemeinde Oberderdingen. Die dortige Laurentiuskirche bietet, als Teil des historischen Amthofes, inbesondere für Konzerte sehr gute Bedingungen. Unter der Leitung von Daniel Hennigs bot das Orchester der AFK ein rund 70-minütiges, vielfältiges Konzertprogramm, das von der großen Geste bis zu zarten Momenten die ganze Bandbreite der Akkordeonorchestermusik abbildete und überdies Glanzlichter der orchestereigenen Gesangssolisten bereithielt.

Jacob de Haans ursprünglich für Blasorchester komponiertes „Concerto d’amore“ sorgte für eine feierliche Eröffnung, der sich schwungvolle Pop- und Swingrhythmen anschlossen. Wichtig für die AFK und ihren Dirigenten Hennigs ist auch die Pflege zeitgenössischer Originalmusik für Akkordeonrochester; hier passte Heinz-Christian Schapers „Dorische Suite“ so recht ins sakrale Ambiente. Die Kontraste zwischen prozessionshafter Gemessenheit und tänzerischem Schwung setzten die Musiker gelungen um. Mit passendem, opernhaftem Pathos gelang Tenor Uli Häfele im Anschluss das Lied „Parla più piano“ aus Nino Rotas Filmmusik zu „Der Pate“; Melanie Müßig sorgte dagegen mit ihrer besonders für Jazzmusik geeigneten Altstimme für emotionale Wärme in „The closest thing to crazy“, womit Katie Melua in den 2000er Jahren einen Charthit landete.

Mit dem „Abendsegen“ aus Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ sorgten Orchester und Dirigent für einen berührenden Moment der Ruhe und des Innehaltens, ehe mit einem großen Querschnitt durch das Musical „Der Glöckner von Nôtre-Dame“ von Alan Menken und John Miles‘ Rockhymne „Music“ (erneut mit Uli Häfele als Solisten) ein markanter Konzertabschluss folgte.

Als Zugabe hatte man weitere Gesangsstücke parat, „We are the world“ und Louis Armstrongs „What a wonderful world“. Langer Beifall, vom sehr zahlreichen Publikum stehend dargebracht, war der Akteure Lohn für die zurückliegende erfolgreiche Probenarbeit.

Auch im Jahr 2023 wird es wieder im DHV-Bezirk Karlsruhe ein Projekt des Bezirks- Jugendorchesters (BJO) geben. Das Probewochenende dafür wird am 14.-16. April in der Jugendherberge in Mannheim sein. Dabei wird der Auftritt beim Landesmusikfestival in Bruchsal am 24. Juni geplant. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Bezirksdirigentin Beate Brenner.

Der Anreiz des Projekts liegt ganz klar im Orchesterspiel mit Gleichaltrigen (was in den Akkordeonvereinen so nicht immer möglich ist) sowie in der motivierenden Vorbereitung eines oder mehrerer größerer Auftritte. Zudem wird durch das Spiel von teils noch nicht bekannten Stücken der musikalische Horizont erweitert.

Hier ein Rückblick auf das letzte BJO-Projekt im Jahr 2022:

Die Ausschreibung für das BJO 2022 richtete sich an junge Akkordeonistinnen und Akkordeonisten ab einem Alter von 10 Jahren, um ein für das Projekt relevantes spieltechnisches Mindestniveau zu sichern. Angemeldet hatten sich dann schließlich sage und schreibe 47 junge Leute aus dem Akkordeonvereinen der DHV-Bezirke Karlsruhe und Mittelbaden, darunter auch Bassisten,Schlagzeuger sowie ein Keyboardschüler. Der in der Jugendarbeit sehr rührige Harmonika-Club Weiher hatte sogar sein komplettes Jugendorchester zum Projekt entsandt.

Unter Leitung der Bezirksdirigentinnen Beate Brenner (Karlsruhe) und Judith Wagner(Mittelbaden) wurde am 18. und 19. Mai im geräumigen Vereinsheim der Harmonikafreunde Neudorf geprobt; im Fokus stand das für Schüler- und Jugendorchester passende, sechssätzige Werk „Europareise“ von Hans-Günther Kölz, Sabine Kölz und Wolfgang Russ; der dem Werk zugehörige Satz „Atomium“ erfreute sich hierbei der größten Beliebtheit. In Details hatte Beate Brenner das Werk an die Gegebenheiten des Projektorchesters angepasst.

Irmgard Baumann von den Harmonikafreunden Neudorf hatte beim Probewochenende die Verantwortung für die Verpflegung übernommen, der sie in vorbildlicher Weise nachkam. Der neben dem Vereinsheim gelegene Spielplatz trug in den Probenpausen zum gegenseitigen Kennenlernen der Kinder und Jugendlichen bei.

Am 19. Mai wurde das am Wochenende Erarbeitete sogleich in einem Kurzkonzert den Eltern der Teilnehmer dargeboten, die gekommen waren, um ihre Kinder abzuholen. Am 27. Juni wurde auf dem Pausenhof der Schule im Hambrücken die Generalprobe für den Auftritt am 28. Juni im Europapark Rust durchgeführt. Im Europapark schließlich gastierte das BJO beim dortigen deutsch-französischen Musikfestival im französischen Programmteil; zwei der BJO- Musikerinnen, Marie Dörner und Ilyssa Ziesche, hatten zudem vorher den Musikmentorenkurs in Trossingen absolviert und durften auf der Bühne im Rahmen des Auftrittes jeweils ein Musikstück dirigieren. Gemeinsam mit zwei Blasorchestern wurde am Ende der Titel „Queen on stage“ gespielt.

Am 9. Juli schließlich fand das DHV-Bezirkstreffen mit Wertungsspiel in Waghäusel in der Musikschule statt. Das BJO umrahmte am Spätnachmittag gelungen die Preisverleihung.

Das BJO-Projekt hatte außerdem einen positiven Nebeneffekt: zum letzten Bronze-Kurs des DHV (musiktheoretische und spieltechnische Inhalte) hatten sich 25 Nachwuchsmusiker angemeldet und hatten die Abschlussprüfung des Kurses alle bestanden; ein Großteil der Kursabsolventen hatte zuvor im BJO musiziert.

Das Fazit von Beate Brenner: „Auf jeden Fall hat es allen viel Spaß gemacht, wir haben intensiv geprobt, aber auch viel gelacht. Unterschiedliche Altersstufen zwischen 10 und 19 Jahren zusammenzubringen ist gut gelungen“.

Einmal mehr ein Beleg für die verbindende Wirkung der Musik!

Daniel Hennigs

Akkordeon-Workshop mit dem Komponisten Ralf Schwarzien gibt Einblicke in Dynamik und Artikulationsgestaltung

Zwei Jahrhunderte später hat dieses Zitat des Dirigenten und Komponisten Gustav Mahler nichts von seiner Gültigkeit verloren: „Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.“ Zielt dabei die Metapher auf den besonderen Zauber des Musizierens, der in dem Moment entsteht, wenn sich Druckerschwärze in Klang verwandelt, so widmete sich ein zweitägiger Workshop des Deutschen Harmonika Verbands in Pfinztal einem diesbezüglich abgeänderten Ansatz, der lautet: „Was nicht in den Noten steht.“

50 Akkordeonspieler von Köln bis Weil am Rhein gehen in der Kulturhalle in Berghausen dieser musikalischen Suche nach. Und ja, sie wollen ihn einfach mal kennenlernen, mit ihm zusammen musizieren, sehen, wie er arbeitet, erklärt Silke Storz aus Heilbronn zur Wunschbegegnung mit Dozent Ralf Schwarzien, der als Komponist und Arrangeur von Werken für Akkordeonorchester in der
Szene bekannt ist. Die stilistischen Besonderheiten oder Eigenarten des Barock oder der Spätromantik erklingen zu lassen, ist für die Musikerkollegin Anja Baumgärtner eine besondere Erfahrung, da diese Stücke vor der Zeit des Tasteninstruments komponiert wurden.

Gerhard Girrbach, Bezirksvorsitzender vom Deutschen Harmonikaverband Bezirk Karlsruhe und Kassierer des Harmonikarings Berghausen, der die Bewirtung der musikalischen Gäste übernommen hat, freut sich über die hohe Teilnehmerzahl beim sechsten Workshop unter der Leitung von Schwarzien, dem vereinseigenen Ausbilder und Dirigenten aus Knittlingen. Die 16-jährige Sarah Faulhaber ist die jüngste Teilnehmerin am Workshop und nutzt die Gunst der Stunde, um zusammen mit ihrem Papa einmal in so einer großen Besetzung zu spielen. Die Keyboarderin wird bald zum ersten Orchester des Vereins gehören. Beim Glissando im schnellen C-Dur, dem „grenzwertigen Spiel zwischen Nagellack und Tastatur“ ruhig Tempo zu machen, auch wenn Fehler passieren, rät Schwarzien, als der Sportpalastwalzer angestimmt wird. „Was gut oder schief klingt, hängt nicht zuletzt vom Bekanntheitsgrad des Stücks ab“, so der Leiter des Niedersächsischen Landesauswahlorchesters. „Schleicht sich bei einem bekannten Stück ein Fehler ein, verbessert das innere Ohr diesen, während hingegen unbekannte Stücke nicht zurechtgespielt werden können.“

Mit Witz, Know-how und großer Spielfreude zeigt der Dirigent anhand eines musikalisch breitgefächerten Repertoires, welche Klangkraft in der Pause hörbar wird, welche Besonderheiten in der Notation als „Näherungsschrift“ stecken, wie Tempo, Dynamik und Artikulationsgestaltung aufeinander abgestimmt das hörbar machen können, was nicht in den Noten steht. Und zur Musik macht, die berührt.

Susanne Dürr (BNN)